Eine fünfbändige Reise durch Australien
Das Lied unter der Erde
Ein kleines Schnabeltier hört, was niemand sonst hört. Tief unter dem Flussbett, unter dem roten Sand, unter den ältesten Steinen der Welt – singt jemand.
Jetzt entdeckenYarran taucht. Yarran stolpert. Yarran stellt Fragen, auf die es keine schnellen Antworten gibt. Und irgendwo zwischen einem Billabong im Südosten und dem roten Herzen Australiens beginnt eine Geschichte, die unter die Haut geht – und unter die Erde.
Was passiert, wenn ein Tier, das mit geschlossenen Augen sieht, plötzlich etwas wahrnimmt, das größer ist als es selbst? Wenn der Elektrosinn eines Schnabeltiers nicht nur Beute aufspürt, sondern die uralten Lieder spürt, die das Land zusammenhalten?
»Schwimm viel. Hör zu. Und wenn du über deine Füße fällst, steh wieder auf. Aber merk dir, worüber du gefallen bist.«– Yarran
Über das Buch
Yarran ist kein Auserwählter. Er ist ein junges Schnabeltier mit einem zu großen Schnabel, einem flachen Schwanz und einem Giftsporn, in dem er sich regelmäßig selbst verhakt. An Land stolpert er. Im Wasser ist er elegant. Und tief in seinem Inneren spürt er etwas, das er nicht einordnen kann.
Die alte Schildkröte Mirri nennt es das Tjukurpa – die Traumzeit, die keine Vergangenheit ist, sondern eine Gegenwart unter der Oberfläche. Yarran versteht das nicht. Noch nicht. Aber er hört das Summen im Stein. Und er kann nicht aufhören zuzuhören.
Was folgt, ist eine Reise quer durch den gesamten Kontinent. Vom Murray River in die rote Wüste, durch Regenwälder, über Klippen, durch Trauer und durch Liebe. Fünf Bände. Ein Lied. Und ein Tier, das beweist, dass Zuhören die mutigste Fähigkeit von allen ist.
Jeder Band eine neue Landschaft. Jeder Band eine tiefere Schicht.
Aufbruch, Neugier und die erste Ehrfurcht. Yarran verlässt seinen Billabong, stolpert durch Eukalyptuswälder, begegnet einem Leierschwanz, der seine Schritte nachahmt, und einem geisterhaften Swagman, der am Feuer ein Lied summt, das Yarran schon kennt – obwohl er es noch nie gehört hat.
Liebe, Heiligkeit der Orte und ein Verlust, der die ganze Reihe verändert. In der Wüste lernt Yarran, dass manche Orte so heilig sind, dass Schweigen die einzige angemessene Antwort ist. Und am Wasser findet er Wira – und verliert sie.
Trauer als Fluss, nicht als Mauer. Yarran reist weiter, weil Stehenbleiben keine Option ist. In den Kimberleys trifft er Nura, der einen Bau gräbt und bleibt. Und langsam, widerwillig und stolpernd beginnt Yarran zu verstehen, was das Land von ihm will.
Tasmanien. Das Meer. Offene Wunden, die nicht heilen, weil niemand sie heilen lässt. Yarran lernt, dass Scheitern kein Ende ist, sondern der Anfang von etwas, das man noch nicht sehen kann. Und der Swagman erzählt endlich seine ganze Geschichte.
Rückkehr. Zusammenführung. Ein Kreis, der sich schließt, ohne sich zu verengen. Die Frösche führen eine neue Strichliste. Nura gräbt. Mirri spricht ihren letzten Satz. Und Yarran taucht – mit geschlossenen Augen, absichtlich, wie Wira es ihm beigebracht hat.
In einer Welt, die immer lauter wird, erzählt Yarran davon, was passiert, wenn man still wird. Wirklich still. So still, dass man das Land singen hört.
Die Landschaft ist kein Hintergrund. Sie ist Miterzählerin, Gegenüber und lebendiges Gedächtnis. Jeder Stein hat etwas zu sagen – wenn man ihn lässt.
Yarran verliert. Und geht weiter. Nicht weil er stark ist, sondern weil Weitergehen das Einzige ist, das er kann. Trauer als Fluss, nicht als Mauer.
Yarran wird kein Held. Er wird ein Tier, das gelernt hat, worüber es gefallen ist. Das ist mehr als genug.
Ein Schnabeltier an Land ist komisch. Ein Schnabeltier, das mit seinem Giftsporn in der eigenen Schwimmhaut hängen bleibt, ist sehr komisch. Yarran nimmt sich nie zu ernst.
Unter der Oberfläche – unter dem Wasser, unter dem Sand, unter dem Stein – liegt eine Welt, die älter ist als alles. Die Traumzeit. Nicht Vergangenheit. Gegenwart.
Yarran ist kein klassisches Fantasy-Epos und kein niedliches Tierbuch. Es ist eine Geschichte, die mit zwölf funktioniert und mit fünfzig noch besser – weil man mit zwölf das Abenteuer liest und mit fünfzig den Verlust. Für alle, die wissen, dass die besten Geschichten nicht die sind, in denen am Ende alles gut wird – sondern die, in denen am Ende alles wahr wird.
Wenn Sie Bücher lieben, die nach dem Lesen noch tagelang nachhallen. Wenn Sie Australien kennen oder kennenlernen wollen – nicht als Postkarte, sondern als lebendes Land. Wenn Sie es mögen, mitten im Lachen plötzlich schlucken zu müssen. Dann ist das hier Ihr Buch. Und das Ihrer Kinder. Und das Ihrer Eltern.